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Rabieh Adib über Boot Camp
Windows läuft auf Intel-Macs! Ganz offiziell. Und ganz ohne Hilfe von Programmen à la Virtual PC. Mit einem Überraschungscoup hat Apple selbst die Ehe zwischen beiden von Hause aus nicht kompatiblen Betriebssystemen vollbracht. Boot Camp heißt – bis auf weiteres – die Wundersoftware, mit der man auf Macs mit Intel-Prozessoren Windows zum Laufen bekommt. Die Public Beta einschließlich der 26 Seiten langen Installationsanleitung macht aus dem den Mac einen MacWin – und erschließt sich damit ganz nebenbei den gesamten Markt treuer Windows-Nutzer. Das Ganze allerdings noch in einer zeitlich beschränkten Testversion.
Vor dem Windows-Erlebnis auf dem Apple steht eine vierteilige Installations- und Konfigurationsprozedur. Bevor Boot Camp zum Einsatz kommt, muss man das Mac-OS-X-Betriebssystem auf die Tiger-Version 10.4.6 aktualisieren und zusätzlich die Firmware für den jeweiligen Mac auf den neuesten Stand bringen. Erst dann kommt Boot Camp ins Spiel: Das Programm brennt in einem ersten Schritt eine CD mit den Windows-Treibern für die Macintosh-Hardware. Anschließend muss man für die Windows-Installation eine separate Festplattenpartition anlegen und diese formatieren. In beiden Fällen greift Boot Camp helfend unter die Arme.
Damit sind die Voraussetzungen geschafft, um auf der neu angelegten Partition Windows XP oder Vista zu installieren. Dabei beachte man, dass für Windows XP ausschließlich Installations-CDs mit Windows XP und dem Servicepack 2 zum Einsatz kommen müssen. Eine Installations-CD von einer früheren Windows-XP-CD funktioniert nicht. Hat man die richtige Version parat, muss man den gesamten Prozess der Windows-Installation durchgehen.
In einem abschließenden Schritt muss man Windows mit den zuvor auf CD gebrannten Treibern für Mac-Hardware auf die Sprünge helfen. Et voilà: Der Mac versteht sich mit Windows 1A! Mit welchem Betriebssystem der Apple standardmäßig hoch fahren soll, entscheidet man zu guter Letzt.
Fazit
Der Mac gilt seit jeher als hochwertiger, stabiler, schöner. Und trotzdem behielt Microsoft dank des Monopols die Oberhand. Damit ist jetzt Schluss. Mit der Überraschungscoup Boot Camp schließt Apple die Lücke zu Windows. Und zwar verhältnismäßig einfach. Folgt man den Anleitungen, kann bei der Installation kaum etwas schief gehen. Einziger Wermutstropfen: Ein paar Hardwarekomponenten funktionieren unter Windows nicht.
Dennoch: War das Windows-Monopol bis dato ein Kriterium gegen den Mac, sind mit Boot Camp alle Argumente gegen den Apple vom Tisch. Bleibt abzuwarten, wie die Computergemeinde auf den Angriff auf das Microsoft-Monopol reagiert. Vielleicht war tatsächlich gestern Windows, vielleicht ist tatsächlich heute Mac?!
Software-Piraterie ist eine Straftat. Deshalb ist es untersagt, nach Cracks, Seriennummern oder entsprechenden Links zu fragen oder diese anzubieten.
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